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Lomography Pinhole Alternative: ein ehrlicher Vergleich

Die Diana Multi Pinhole Operator setzt drei Löcher in eine Belichtung. Both In Time setzt zwei Löcher auf zwei Menschen. Wann welche Kamera die richtige ist.

21. August 2026 · 7 min Lesezeit · Przemek Zajfert
Eine Frau im blauen Pullover sitzt an einem steinernen Gartentisch, vor ihr steht aufrecht die handgefertigte Both In Time Lochkamera aus Karton mit zwei sichtbaren Öffnungen.
Die Both In Time Kamera, gebaut in Stuttgart.

Wer nach einer Lomography Pinhole Alternative sucht, hat meistens die Diana Multi Pinhole Operator vor Augen und eine von zwei sehr verschiedenen Fragen im Kopf. Die erste lautet: Gibt es eine andere Kamera, mit der ich selbst mit Licht und Löchern experimentieren kann? Darauf ist die Diana selbst eine gute Antwort, und dieser Text sagt ehrlich, warum. Die zweite lautet: Gibt es etwas, das ich nicht allein benutze? Für diese zweite Frage ist Both In Time gebaut, eine analoge Lochkamera als Zeitkapsel für zwei Menschen.

Die Verwechslung, um die es hier geht, steckt schon im Namen. Multi Pinhole klingt nach mehreren Menschen. Gemeint sind mehrere Löcher.

Alle Angaben zur Diana stammen von einem deutschen Händler und einer deutschen Testübersicht, gelesen am 21.08.2026, mit Datum und Quelle. Eine Einschränkung nennen wir gleich hier statt im Kleingedruckten: Die Shopseite von Lomography selbst sperrt automatisierte Zugriffe und war für uns nicht lesbar. Der Preis unten ist deshalb ein deutscher Händlerpreis, kein Herstellerpreis. Prüfe ihn bitte selbst, bevor du kaufst.

Was die Diana Multi Pinhole Operator ist

Die Diana Multi Pinhole Operator ist eine Lochkamera aus Kunststoff aus der Diana Familie von Lomography, gebaut für 120er Rollfilm. Ihre Besonderheit sind drei Löcher statt einem. Du entscheidest pro Aufnahme, ob das Licht durch eines, zwei oder alle drei fällt. Bei dreien legt sich dasselbe Motiv dreifach und leicht versetzt übereinander.

Beim deutschen Händler Klang und Kleid steht sie am 21.08.2026 mit 50 Euro inklusive Mehrwertsteuer und dem Vermerk sofort lieferbar, Lieferzeit ein bis drei Werktage, Bestellnummer hp710pc. Zum Lieferumfang gehören Farbfilter für die Löcher, mit denen laut Händlerbeschreibung ein psychedelischer Effekt entsteht, sowie Masken für drei Formate: 4,6 mal 4,6 Zentimeter im Zwölferbetrieb, 4,2 mal 4,2 Zentimeter im Sechzehnerbetrieb und 4,6 mal 4,6 Zentimeter im Sechzehnerbetrieb. Sie nimmt das Zubehör der Diana Reihe auf, darunter den Instant Back+, und hat einen Blitzanschluss.

Die deutsche Testübersicht von Testberichte.de führt sie mit der Note Gut und 2,2 Punkten, gebildet aus neun Kundenmeinungen von Amazon.de, und beschreibt als typisch den Softfokus und den nahezu unbegrenzten Schärfentiefebereich, der den Aufnahmen ein traumähnliches Aussehen gebe.

Ein Detail an dieser Quelle ist selbst eine Auskunft: Die Seite trägt das Datum 17.06.2009. Die deutschsprachige redaktionelle Berichterstattung über diese Kamera ist im Wesentlichen siebzehn Jahre alt. Das ist kein Vorwurf an die Kamera. Es heißt nur, dass du dir dein Bild vom aktuellen Zustand des Produkts selbst machen musst.

Wofür sie gut ist

Sie ist günstig, sie ist sofort verfügbar, und sie ist ein echtes Experimentierwerkzeug. Drei Löcher, Farbfilter, Mehrfachbelichtung, Panoramafunktion durch Weitertransport während der Belichtung: Das ist viel Spielraum für unter sechzig Euro. Wer Lochfotografie als eigene Praxis ausprobieren und dabei viele Bilder machen will, bekommt hier ein Werkzeug, das lange hält und in eine Jackentasche passt.

Wo ihre Grenzen liegen

Sie belichtet Film, und Film heißt in der Regel Labor. Zwölf oder sechzehn Bilder pro Rolle, dann Entwicklung, dann Wartezeit und Kosten, die sich mit jeder Rolle wiederholen. Für viele ist das genau der Reiz. Für jemanden, der ein einziges Bild will und keine laufende Praxis, ist es eine Hürde.

Und sie ist, wie fast jede Kamera, für eine Person gebaut. Eine Person hält sie, eine Person löst aus, eine Person bekommt das Bild. Die drei Löcher ändern daran nichts.

Was Both In Time anders macht

Both In Time ist eine handgefertigte Lochkamera aus Karton, gebaut in Stuttgart, auf Bestellung. Innen liegt ein einzelnes Blatt A5 Fotopapier. Es trägt zwei Belichtungen, und zwar nicht von einer Person nacheinander, sondern von zwei Menschen.

So läuft es ab. Person eins sticht mit einer Nadel ein Loch von 0,3 Millimetern, belichtet ihre Hälfte des Blattes, klebt die Kamera zu, beschriftet oder bemalt sie und gibt sie weiter. Person zwei belichtet Wochen oder Jahrzehnte später die zweite Hälfte. Danach wird das eine gemeinsame Blatt zu Hause bei rotem Licht in Caffenol entwickelt, also in Instantkaffee, Natron und Vitamin C. Das nasse Negativ wird abfotografiert und mit einem kostenlosen Werkzeug im Browser umgekehrt.

Keiner der beiden hat das Bild allein gemacht. Das ist nicht als Metapher gemeint, sondern als physische Tatsache über ein Blatt Papier.

Die Kamera kostet 79 Euro. Ab sechs Stück gilt derselbe Preis pro Stück, auf eine Rechnung und eine Adresse.

Woher die zwei Löcher kommen

Diese Bauform ist nicht als Produktidee entstanden, sondern als Notlösung. 1999 baute Przemek die erste Camera obscura mit zwei Löchern, eines für Stuttgart, eines für Berlin, weil zwei Künstler für ein gemeinsames Bild zu weit auseinander waren. Sechs Jahre später wurde daraus ein Projekt, das jede Woche beide Löcher derselben Kamera bei eBay versteigerte, an zwei Höchstbietende irgendwo auf der Welt. Es lief zwanzig Jahre und endete 2025 bei 2072 Löchern.

Der Abstand der beiden Löcher betrug 73 Millimeter. Nah genug, dass sich die zwei Bilder überschneiden, und genau das ist der Punkt: Die Hälften sollen sich berühren, nicht nebeneinanderliegen.

Ein Paar aus diesem Archiv erklärt den Unterschied zur Diana besser als jede Gegenüberstellung. Pinhole 75 und 76 gingen an Keith Fyfe in Sydney und Steven Schmiedeskamp in Lincoln, Nebraska, sechzehntausend Kilometer auseinander. Beide fotografierten nach draußen, in flaches Land, gegen eine tiefstehende Sonne. Die zwei Hälften passen so gut zusammen, dass man das fertige Bild für eine einzige Landschaft halten kann. Abgesprochen war nichts. Es gab keine Möglichkeit, etwas abzusprechen.

Drei Löcher in einer Belichtung ergeben einen Effekt, und ein guter Effekt ist eine reelle Sache. Zwei Löcher auf zwei Kontinenten ergeben einen Zufall, den niemand herstellen konnte. Das ist der ganze Unterschied zwischen den beiden Kameras auf dieser Seite.

Wo unsere Grenzen liegen

Es gehört zu diesem Vergleich, das auch von uns zu sagen. Both In Time ist keine wiederverwendbare Kamera. Ein Objekt, ein Blatt, ein Bild. Wer regelmäßig fotografieren will, kauft bei uns das Falsche.

Es gibt keinen Sucher und keine Belichtungsautomatik, sondern eine Anleitung und einen Belichtungsrechner auf der Seite. Und der Teil, der die meisten überrascht: Du siehst wochen- oder jahrelang nichts. Ein normaler Apparat zeigt alles sofort. Dieser zeigt nichts, bis die zweite Hälfte belichtet ist. Das Warten ist der Kern der Sache und nicht ihr Preis, aber wer ein schnelles Ergebnis möchte, wird damit nicht glücklich.

Der direkte Vergleich

Zahl der Löcher, und was sie bedeutet. Diana: drei Löcher, eine Belichtung, eine Person. Both In Time: zwei Löcher, zwei Belichtungen, zwei Menschen.

Bildträger. Diana: 120er Rollfilm, zwölf oder sechzehn Aufnahmen, Entwicklung meist im Labor. Both In Time: ein Blatt A5 Fotopapier, ein Bild, Entwicklung in der eigenen Küche.

Zeit zwischen Auslösen und Sehen. Diana: Tage bis Wochen, je nach Labor. Both In Time: so lange, wie zwischen den beiden Menschen liegt.

Preis. Diana: 50 Euro beim deutschen Händler Klang und Kleid, gelesen am 21.08.2026, dazu laufende Kosten für Film und Entwicklung. Both In Time: 79 Euro einmalig, das Papier ist enthalten.

Wiederverwendbar. Diana: ja, über Jahre. Both In Time: nein, ein Objekt für ein Bild.

Wofür gebaut. Diana: die eigene fotografische Praxis. Both In Time: ein gemeinsames Bild mit einem bestimmten anderen Menschen.

Wie du wechselst, wenn du wechseln willst

Wenn du schon eine Diana hast und trotzdem hier gelandet bist, brauchst du nichts aufzugeben. Die beiden schließen sich nicht aus, und der ehrlichste Rat ist meistens: behalte die Diana für dich und nimm Both In Time für die andere Person.

Erstens: Entscheide, wer die zweite Hälfte belichtet. Diese Entscheidung ist das Produkt. Alles Weitere folgt daraus.

Zweitens: Lege fest, wann. Ein Datum hilft, auch wenn es weit weg ist. Der Hochzeitstag in zehn Jahren, der achtzehnte Geburtstag, der nächste Besuch über einen Ozean hinweg.

Drittens: Belichte deine Hälfte, klebe die Kamera zu und beschrifte sie so, dass die zweite Person in zehn Jahren noch weiß, was zu tun ist.

Viertens: Gib sie weiter. Ab hier gehört die Kamera nicht mehr dir allein.

Das Fazit

Suchst du eine Lomography Pinhole Alternative, weil du selbst mehr experimentieren willst, dann ist die Diana Multi Pinhole Operator schwer zu schlagen, und wir sagen das ohne Zähneknirschen: fünfzig Euro, drei Löcher, Farbfilter, jahrelang benutzbar.

Suchst du sie, weil dir an der Diana etwas gefehlt hat, das du nicht benennen konntest, dann ist es vermutlich dies gewesen: Sie ist für dich allein. Eine analoge Lochkamera als Zeitkapsel für zwei Menschen ist eine andere Kategorie, und Both In Time ist dafür gebaut. Ein Foto. Zwei Menschen. Über die Zeit hinweg.

Sieh dir die Kamera an, wenn dir beim Lesen eine bestimmte Person eingefallen ist. Das ist meistens die richtige Antwort auf die Frage, ob das Objekt zu dir passt.

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Häufige Fragen

Ist Both In Time ein Ersatz für die Lomography Diana Multi Pinhole Operator?

Nein, die beiden lösen verschiedene Aufgaben. Die Diana ist eine wiederverwendbare Mittelformatkamera für die eigene fotografische Praxis, mit der eine Person mehrere Löcher in einer Belichtung kombiniert. Both In Time ist ein einzelnes Objekt für ein einzelnes Bild, dessen zwei Hälften von zwei Menschen nacheinander belichtet werden. Wer selbst experimentieren will, ist bei der Diana richtig. Wer ein Bild mit einem anderen Menschen machen will, bei uns.

Was kostet die Diana Multi Pinhole Operator in Deutschland?

Beim deutschen Händler Klang und Kleid steht sie am 21.08.2026 mit 50 Euro inklusive Mehrwertsteuer und dem Vermerk sofort lieferbar. Die Shopseite von Lomography selbst konnten wir nicht auslesen, sie sperrt automatisierte Zugriffe. Prüfe den aktuellen Preis deshalb bitte direkt bei Lomography, bevor du dich entscheidest.

Bedeutet Multi Pinhole, dass zwei Menschen fotografieren können?

Nein, und das ist die häufigste Verwechslung. Multi Pinhole heißt bei der Diana: mehrere Löcher, ein Bild, eine Person, ein Moment. Die drei Öffnungen liegen nebeneinander und legen dasselbe Motiv leicht versetzt übereinander. Bei Both In Time heißt zwei Löcher: zwei Hälften, zwei Menschen, zwei Zeitpunkte.

Brauche ich für eine der beiden Kameras eine Dunkelkammer?

Für Both In Time nicht. Das A5 Fotopapier wird zu Hause bei rotem Licht in Caffenol entwickelt, also mit Instantkaffee, Natron und Vitamin C, und das nasse Negativ wird abfotografiert und im kostenlosen Browser Tool umgekehrt. Die Diana belichtet 120er Rollfilm, der in der Regel ins Labor geht oder eine eigene Entwicklungsausrüstung braucht.

Welche der beiden ist das passendere Geschenk?

Das hängt daran, wen du beschenkst. Für jemanden, der Fotografie als eigene Praxis entdecken will und Freude an Experimenten hat, ist die Diana ein gutes und günstiges Werkzeug. Für zwei Menschen, die etwas miteinander festhalten wollen, etwa Großmutter und Enkel oder zwei Freunde auf zwei Kontinenten, ist Both In Time gebaut.

Kann ich in einer Both In Time Kamera Film statt Papier verwenden?

Nein. Die Kamera ist um ein einzelnes Blatt A5 Fotopapier herum gebaut, das beide Belichtungen trägt. Genau dieser Papierweg macht das Projekt für Menschen ohne Laborerfahrung machbar, weil er ohne Dunkelkammer auskommt.